Funksignale geknackt: 21 Autos gestohlen

Eine Bande soll Autos im Wert von 1,3 Millionen Euro gestohlen haben, indem sie eine Sicherheitslücke von moderner Fahrzeugtechnik ausnutzen. Ein Mitglied wurde heute in Detmold verurteilt.

Funksignale geknackt: 21 Autos gestohlen (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Die Diebe kommen meist in der Nacht – es dauert nur wenige Sekunden und das Auto ist offen. So ist auch Zydrunas M. vorgegangen. Er soll Teil einer organisierten Bande gewesen sein. Der Schaden beträgt weit über eine Million Euro. Heute muss er sich vor dem Landgericht Detmold dafür verantworten. Eines seiner Opfer ist Andreas Holste aus Geseke. Der Bauunternehmer hatte morgens plötzlich kein Auto mehr – sein BMW im Wert von ca. 90.000 Euro soll auch von der Bande gestohlen worden sein.

Teilweise klaut die Bande sogar mehrere Autos in einer Nacht – in Soest, Geseke, Selm und Nordkirchen. Zydrunas M. wurde an allen Tatorten mit einem Handy geortet. So kommt die Polizei auf seine Spur. Für seine Rechtsanwältin Iris Grohmann ist das aber kein Beweis. Für sie ist nur eine Tat nachweisbar, bei der er erwischt wurde.

Gerade das Keyless-Go System ist für Diebe leicht zu überlisten. Ein Täter geht mit einem Empfänger nah an die Wohnungstür und verstärkt im Prinzip das Schlüsselsignal. Der zweite Täter öffnet das Auto und kann so auch den Motor starten. Timo Kasper überprüft Sicherheitssysteme und weiß wie man sich einfach schützen kann: „Man kann den Schlüssel mit einer Lage Aluminiumfolie umwickeln. Dann ist der völlig geschützt und dann funktioniert das auch nicht mehr. Was man auf jeden Fall machen sollte, ist, jetzt nicht seine Autoschlüssel nachts an die Haustür hängen oder ins Fenster oder in die Nähe, wo das jemand von außen auslesen könnte, sondern über Nacht sollte man das möglichst in die Mitte der Wohnung bringen oder in einen geschirmten Behälter“.

Von den 21 Taten ließen sich heute nur 6 nachweisen. Nicht zuletzt wegen eines Blitzerfotos vom Angeklagten. Geschossen in einem geklauten Auto. Das Urteil: 3 Jahre und 9 Monate Gefängnis für den Mann aus Litauen. Die insgesamt 21 Autos – darunter auch das von Andreas Holste – bleiben aber verschwunden.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 10.10.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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