Flüchtlinge auf Bochumer Friedhof

Direkt neben den Gräbern soll ein Containerdorf entstehen

Im Landtag gibt es heute eine Sondersitzung zur Flüchtlingssituation. Es geht um volle Einrichtungen und unpassende Heime wie z.B. auf einem Friedhof.

 Ein echter Aufreger! Mehr dazu: 17:30 SAT.1 NRW.
Flüchtlinge auf Bochumer Friedhof (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Flüchtlingsheim auf einem Friedhof – ist das geschmacklos?

Wegen der angespannten Flüchtlingssituation will die Stadt Bochum ein Containerdorf auf einem Friedhof errichten, direkt neben den Gräbern.

Mit den sich verschärfenden Problemen bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen befasst sich heute der Innenausschuss des Landtags. Die CDU hat die Sondersitzung beantragt, nachdem die Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Dortmund vorübergehend einen Aufnahmestopp verhängt hatte. Die Einrichtung ist für 350 Menschen ausgelegt. Zeitweise waren jedoch über 800 Flüchtlinge dort untergebracht, von denen zahlreiche auf der Wiese vor dem Gebäude übernachten mussten. Die Oppositionspartei wirft der rot-grünen Landesregierung Tatenlosigkeit vor. Währenddessen würden Flüchtlingen, die vor Krieg und Terror geflohen seien, unhaltbare Zustände zugemutet. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass in Bochum Container für Flüchtlingsunterkünfte auf eine städtische Friedhofswiese gestellt werden sollen. Dafür fanden bereits Vermessungsarbeiten statt. Für das Containerdorf müssten sogar extra mehrere Bäume gefällt werden. Das Containerdorf würde dann direkt neben einzelnen Gräbern entstehen. Bisher fanden zudem jährlich rund 50 Trauerfeiern dort statt. Zwar ist geplant, niemanden mehr zusätzlich auf dem Friedhof zu beerdigen, trotzdem werden die Gräber weiterhin gepflegt und täglich von Trauernden besucht.

Die CDU nannte den zuständigen Innenminister Ralf Jäger (SPD) überfordert. Außerdem warf sie der Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) vor, sie schweige zu der Tatsache, dass derzeit mehr als 3000 der 14 000 Plätze in den Unterkünften wegen grassierender Magen-Darm-Erkrankungen oder Windpocken unter Quarantäne stehen. Erste Notfallmaßnahmen wurden jedoch bereits getroffen. War bisher eigentlich die Bezirksregierung Arnsberg für die Flüchtlingsunterbringung zuständig, hat man nun weitere Bezirksregierungen mit in die Verantwortung gezogen. (dpa)

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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