Familienclans gehen auf einander los

Bei uns in NRW bilden sich immer mehr No-Go Areas

In Essen kam es Samstagabend zu einem Streit zwischen libanesischen Familienclans. Trotzdem heißt es aus der Politik: In NRW gibt es keine No-Go Areas.

 Weitere Informationen heute um 17:30 in SAT.1 NRW.
Familienclans gehen auf einander los (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Gibt es in NRW No-Go-Areas?

Nach erneuten Ausschreitungen zwischen Familienclans in Essen entfacht eine neue Diskussion über No-Go-Areas und Ghettos in unseren Städten.

Immer wieder machen libanesische Familienclans Schlagzeilen mit ausartenden Streits, die oft im Blutbad enden. So auch wieder am Wochenende in der Essener Innenstadt.

Dabei wurde am Samstagabend der 21-jähriger Shisha-Bar Besitzer Mohamed K. mit sechs Schüssen in Brust und Bauch schwer verletzt. Die Polizei nimmt später drei Tatverdächtige fest. Auslöser für die blutige Tat soll eine Messerstecherei am Mittag gewesen sein, nur 500 Meter vom Ort der Schießerei entfernt. Zwei Männer, 44 und 29 gerieten da in einen Streit – der Jüngere zieht am Ende mitten auf der Einkaufsstraße ein Messer und sticht mehrmals zu. Beide wurden verletzt. Die Beteiligten der Messerattacke stehen zwar mit den Beteiligten der späteren Schießerei in einem verwandtschaftlichen Verhältnis. Ob die beiden Taten aber wirklich in Verbindung zueinander stehen, ist noch nicht klar. Dass die Taten allerdings Resultate von herrschenden Streits zwischen Familienclans waren, scheint durchaus möglich, wie ein Onkel des Schussopfers der Bild mitteilte.

Viele Orte in NRW scheinen von Familienclans eingenommen worden zu sein – die Polizei scheint dort machtlos. Trotzdem reagiert die NRW-Landesregierung nahezu allergisch auf die Bezeichnung „No-Go Areas“. NRW Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hatte schon oft betont, dass es in NRW keine No-Go Areas oder Ghettos gäbe. Doch Vorfälle wie die Jetzigen in Essen zeigen, dass es in manchen Stadtvierteln in NRW vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen Familienclans kommt, die in diesen Vierteln dann Angst zu Schrecken verbreiten.

Erst im September letzten Jahren wurde der Profiboxer Manuel Charr in einem Dönerimbiss in Essen niedergeschossen. Er überlebte nur knapp. Auch dieser Attacke gab es zuvor einen Streit zwischen zwei verfeindeten Familienclans.

In Essen werden derzeit sechs Großfamilien beobachtet – insgesamt fast 5000 Personen. Die Polizei sieht sich bei Auseinandersetzungen deshalb oft in der Unterzahl.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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