Ein Kondom für drei Orgasmen?

Kondom-Hersteller streiten vor Gericht um Verpackungsangabe

Wie viele Orgasmen kann man mit einem Kondom haben? Diese Frage beschäftigt heute Richterinnen des Düsseldorfer Landgerichts.

 Gibt´s nicht? Doch! Mehr dazu um 17:30 Uhr in SAT.1 NRW.
Ein Kondom für drei Orgasmen? (Foto: SAT.1 NRW)

Kondome des Berliner Unternehmens Einhorn.Bild: SAT.1 NRW,

Das Landgericht Düsseldorf verhandelt heute einen Streit zwischen zwei Kondom-Herstellern. Auf der Kondom-Verpackung eines Berliner Unternehmens steht gedruckt: „1 Tüte à 7 Stück entspricht bis zu 21 Orgasmen“. Ein Kölner Konkurrent hatte dagegen eine einstweilige Verfügung erwirkt. Seine Argumentation: Die Angaben dürften keine Missverständnisse verursachen und etwa zum gefährlichen Mehrweggebrauch von Kondomen verleiten. Die Berliner Firma hat jedoch gegen die Verfügung Widerspruch eingelegt. Auch beim Einmalgebrauch von Kondomen seien mehrere Orgasmen möglich.

Die Sorten heißen „Make Love“, „Moonshine“ und „Spermamonster“: Das Berliner Unternehmen Einhorn produziert Kondome in schickem Design und mit einem Appell ans gute Gewissen. Fair, nachhaltig und vegan sollen die Präservative sein. Die drei Richterinnen der Kammer des Landesgerichts Düsseldorf müssen nun entscheiden, wie viele Orgasmen man mit einem Kondom haben kann. Denn bei der Inhaltsangabe auf der Verpackung haben die Berliner Hipster geschrieben: „1 Tüte à 7 Stück entspricht bis zu 21 Orgasmen.“ Die Erklärung der Berliner: „Zum guten Sex gehören bekanntlich zwei und warum sollte eine Frau bei der Verwendung eines Kondoms nicht zwei Orgasmen haben?“ Nimmt man den Orgasmus des Mannes dazu, sind es drei und bei sieben Kondomen nach Adam Riese 21 Orgasmen – trotz einmaligen Gebrauchs.

Doch die Rechnung hat die Düsseldorfer Richterinnen bislang nicht beeindruckt: Sie erließen eine einstweilige Verfügung gegen den Satz. Einhorn legte Widerspruch ein und wehrte sich öffentlichkeitswirksam: Auf dem Pariser Platz in Berlin demonstrierten Sympathisanten und Einhörner, wie sich die Mitarbeiter des Start-ups nennen, „gegen Orgasmuslimitierung“.

Der Streitwert ist auf 50.000 Euro festgesetzt. Die Konkurrenz macht bereits das nächste Fass auf: „Deren Kondome sind ja gar nicht fair gehandelt. Die wollen das irgendwann in Zukunft.“ Einhorn verteidigt sich: „Im Bereich Fairness und Nachhaltigkeit sind wir auf einem gutem Weg.“ Die Umsetzung von Fairness- und Nachhaltigkeitszielen in globalen Lieferketten dauere aber Jahre. Ein Fairtrade-Siegel für Kondome gibt es noch nicht. „Der Fairtrade-Standard für Kautschuk ist in der Entwicklung und noch nicht zertifiziert“, sagt eine Fairtrade-Sprecherin in Köln. (dpa)

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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