Echt oder Fake?

Plagiarius-Ausstellung startet in Düsseldorf

Der Handel mit Plagiaten boomt. Niedriger Preis und vermeintlich echt: Die Aktion Plagiarius verleiht jährlich Preise für besonders dreiste Plagiate.

 Wer mehr wissen will schaut 17:30 Uhr SAT.1 NRW.
Echt oder Fake? (Foto: Aktion Plagiarius e.V.)

Links das Original und rechts das Plagiat des Heißluftgebläse „HL 1610 S“.Bild: Aktion Plagiarius e.V.,

Handelt es sich bei Ihrem neuen Heißluftgebläse um ein schönes Produkt oder um dreiste Nachahmung? Der Handel mit Plagiaten boomt – auch bei uns in Deutschland werden Waren offenbar kopiert und nachgeahmt. Mit dem „Plagiarius“ sollen die dreistesten Doppelgänger ausgezeichnet werden.

Die Farbe des Geräts ist vielleicht ein wenig dunkler, doch sonst kann man auf den ersten Blick keinen großen Unterschied erkennen: Die Knöpfe der beiden Heißluftföne sind gleich, genauso wie auch das Display. Ganz besonders dreist: Das Logo der deutschen Firma Steinel aus Herzebrock-Clarholz, dem Original-Hersteller des Geräts, prangt auch auf der Kopie aus China. Da das Plagiat somit als fast perfekt erscheint, könne ein normaler Kunde das Original nicht von der Fälschung unterscheiden.

Die Firma „Shenzen Jin Xiong of internal and external electronic tools Co., Ltd.“ aus China ist für ihre dreiste Fälschung jetzt mit dem „Plagarius 2015“ prämiert worden. Ein Schmähpreis, der seit 1977 für ganz besonders dreiste Nachahmungen verliehen wird. Ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase dient als Trophäe. Laut den Preisverleihern ein „Symbol für die exorbitanten Profite, die die Nachahmer sprichwörtlich auf Kosten kreativer Designer und innovativer Hersteller erwirtschaften“.

Im Wirtschaftsministerium NRW in Düsseldorf beginnt heute die Ausstellung „Ideenklau – Original vs. Fälschung“. Zu sehen ist sie noch bis zum 26. November 2015 und sie verdeutlicht, wie viele unterschiedliche Branchen von Produktpiraterie betroffen sind und wie dreist sich die Nachahmer an den Ideen anderer bedienen. Die Aktion Plagiarius verleiht jährlich Preise für besonders dreiste Plagiate.

Bei der Eröffnung der Ausstellung erklärte Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD): „Gerade innovative Unternehmen müssen sich vor dem Diebstahl von Know-How und Angriffen auf ihre IT-Systeme schützen. Der Kampf gegen die Marken- und Produktpiraterie sollte als Teil des Risikomanagements eines Unternehmens verstanden werden.“

Unternehmen aus allen Branchen sind mittlerweile betroffen und Plagiate gibt es in allen Qualitätsstufen und Preisklassen. „Die wirtschaftlichen Schäden seitens der Originalhersteller durch illegale Plagiate und Fälschungen sind enorm, die Gefahren für Verbraucher und leichtgläubige Schnäppchenjäger ebenfalls.“, sagte Christine Lacroix von Plagiarius.

30 Milliarden Euro Schaden, schätzt der DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag), verursachen gefälschte Produkte allein in Deutschland pro Jahr.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: Aktion Plagiarius e.V.,

Jetzt Mitreden!

Mit * gekennzeichnete Felder müssen ausgefüllt werden.

*