Illegales Haus darf bleiben

OVG Münster: 77-Jährige darf ihr Haus behalten

Christa Liedtke kämpft seit vier Jahren um ihr Haus im Kürten. Vor 70 Jahren wurde es gebaut. Nun soll es weg, weil die Baugenehmigung nicht auffindbar ist.

 Gibt´s nicht? Doch! Mehr dazu um 17:30 Uhr in SAT.1 NRW.
Illegales Haus darf bleiben (Foto: SAT.1 NRW)

Das Haus in Kürten soll abgerissen werden, weil die Baugenehmigung nicht auffindbar ist.Bild: SAT.1 NRW,

Das Bangen für Christa Liedtke hat ein Ende – sie darf ihr Haus behalten. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat heute eine Ordnungsverfügung des Rheinisch-Bergischen Kreises verhandelt. Darin geht es um Liedtkes Haus. Die 77-Jährige soll ihr mehr als 70 Jahre altes Fachwerkhaus in Kürten auf eigene Kosten abreißen lassen, weil die Baugenehmigung nicht mehr auffindbar war.

OVG Münster: Das Haus darf bleiben

Das OVG Münster sieht die ganze Geschichte allerdings anders: Es sei nicht klar, ob es tatsächlich nie eine Baugenehmigung für das Haus gegeben habe oder ob sie vielleicht einfach verschwunden sein könnte. Das bedeutet für Christa Liedtke, dass ihr Haus nun nicht abgerissen wird. Der Rheinisch-Bergische Kreis kann gegen das Urteil allerdings noch vorgehen.

Jahrelanger Streit ums Haus

Ein Rückblick: 2011 will Christa Liedtke das Haus verkaufen und erkundet sich bei der zuständigen Behörde nach der Baugenehmigung. Diese ist allerdings nicht auffindbar. Daraufhin leitet der Rheinisch-Oberbergische Kreis die Ordnungsverfügung ein. Das Haus soll verschwinden, weil es illegal sei. Dagegen klagt die Kürtenerin. Es folgen jahrelange Gerichtsverfahren und eine Resolution an den NRW-Bauminister Michael Groschek. Er soll Regelungen für Häuser prüfen, die im Krieg entstanden sind. Vermutlich gibt es tausende solcher Häuser. Das lehnt der Minister allerdings ab.

Kürtenerin sorgt sich um ihre Altersvorsorge

Der Rat der Gemeinde Kürten setzt sich derweil für ihre Bürgerin ein, versucht ihr mit neu beschlossenen Satzungen zu helfen. Doch der Kreis erklärt diese für ungültig. Schließung soll ein Petitionsausschuss des Landes NRW die Lage klären, als Ergebnis bietet der Kreis der 77-Jährigen lebenslanges Wohnrecht in dem Haus an. Das jedoch lehnt sie ab. Sie sieht ihre Altersvorsorge in Gefahr, weil sie das Gebäude weder vermieten noch verkaufen darf.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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