Die 10 sinnlosesten Geldverschwendungen NRWs

NRW nimmt dieses Jahr deutlich mehr Steuern ein, als noch die Jahre zuvor. Bisher sind es fast sieben Prozent mehr als 2015. Auf der anderen Seite wird aber auch richtig viel Geld zum Fenster rausgeschmissen. Die absurdesten Fälle von Steuerverschwendung landen jedes Jahr im sogenannten Schwarzbuch. Heute wurde in Köln die aktuelle Ausgabe vorgestellt. Wir haben für Sie die zehn ärgerlichsten, sinnlosesten und auch kuriosesten Verschwendungen aufgelistet.

Die 10 sinnlosesten Geldverschwendungen NRWs (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Kölner Oper

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Für die Oper in Köln werden im Schwarzbuch wahrscheinlich schon im voraus immer ein paar Seiten reserviert. Auch dieses Jahr ist dieses Mammut-Steuerverschwendung wieder im Buch vertreten.

Es sollte ein Umbau sein, der rund 230 Millionen Euro kostet und im November 2015 abgeschlossen ist. Darauf wurde aber nichts. Die Oper ist noch immer nicht fertig und hat mittlerweile schon das Doppelte, nämlich 460 Millionen Euro verschlungen. Doch auch die werden wohl nicht ausreichen.

Seit 2012 wird an der Oper rumgebastelt – 2014 wurde dann zum ersten mal das Budget erhöht. Jetzt kostet die Oper unter anderem so viel, weil der Zeitplan nicht eingehalten wurde und deshalb die Instandhaltung und Unterhaltung des Gebäudes oben drauf gerechnet werden muss.

Wann das Gebäude komplett saniert sein wird lässt sich derzeit noch nicht sagen – erst vor ein paar Wochen wurde eine Mängelliste mit 2040 Punkten veröffentlich. Da ist noch einiges an Arbeit und auch Geld reinzustecken.

Rathausbau Herford

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Der Stadtrat hatte unvollständige Zahlen vorliegen, als es darum ging die Kosten für den Umbau des Rathauses zu planen. So schätzte man den Betrag auf 450.000 Euro – aber schon jetzt liegen die Kosten bei 660.000 Euro.

Hinzu kommt, dass sich der Stadtrat damit nicht ganz rechtens verhalten hat – denn, der Rat darf nie einen Bau mit einer bloßen Schätzung von Kosten genehmigen.

Düsseldorfer Gammelhaus

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Theodorstraße 366 in Düsseldorf – hier steht ein Haus, das vergammelt und gleichzeitig Steuern frisst. 2001 ziehen die letzten Mieter aus dem Haus aus – dann wird das Gebäude an die städtische Wohnungsbaugesellschaft SWD übergeben. Wegen des maroden Zustandes des Hauses, konnten aber keine Wohnungen mehr vermietet werden. Saniert wurde das Haus aber auch nicht – seitdem vergammelt es.

Bis 2012 musste das Haus dann gesichert werden, weil die Fassade drohte abzubröckeln – auch das Grün rund ums Haus musste im Zaum gehalten werden. 2012 ging das Haus dann endgültig komplett in städtische Hände über – an das Amt für Gebäudemanagement. Seit Sommer diesen Jahres hat jetzt doch wieder die städtische Wohnungsbaugesellschaft Handhabe über das Gammelhaus und will es jetzt abreißen und baut für rund 1,2 Millionen Euro ein neues Haus auf dem Grundstück.

Da wäre es wahrscheinlich günstiger gewesen, das Haus direkt zu sanieren, anstatt es 16 Jahre lang vor sich hin gammeln zu lassen.

Wahlpanne in Köln

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Die Wahl in Köln fand letztes Jahr gleich zwei mal statt. Denn bei der ersten Wahl am im September wurde kurzfristig festgestellt, dass die Stimmzettel falsch gestaltet wurden. Die Namen der Parteien wurden größer gedruckt, als die Namen der Kandidaten – das entspricht allerdings nicht der Chancengleichheit.

Deshalb mussten die Stimmzettel neu gedruckt und die Wahl um über einen Monaten verschoben werden – das Kostete die Stadt Köln und somit die Steuerzahler 550.000 Euro.

Teure Party von WestSpiel

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Der landeseigene Spielbankbetreiber WestSpiel hat das Geld von den verkauften Warhol-Bildern gut genutzt –davon wurde eine rund 77.000 Euro teure Party finanziert. Ein Boot für 582 Mitarbeiter wurde gemietet und dann ging es über den Rhein. Da das die Spielbanken aber dem Land NRW gehören und das Geld, das für die Betriebsfeier ausgegeben wurde so theoretisch den Steuerzahlern gehört, hat es auch WestSpiel ins Schwarzbuch geschafft.

Sinnlose Brücke in Dortmund

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Im Rombergpark in Dortmund wird eine Brücke für 6,6 Millionen Euro gebaut. Sinnlos – denn es befinden sich genügend andere Brücken in der Gegend. Der Grund der Stadt: Die anderen Brücken seien nicht barrierefrei – statt diese umzubauen oder zu sanieren, setzt die Stadt Dortmund deswegen auf die teurer Variante und baut eine neue 255 Meter lange Brücke.

Brückenwahn in Hamm

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Nicht nur Dortmund baut unnötige Brücken – auch Hamm will da jetzt Gelder verschwenden. Zwei neue Brücken führen jetzt über den Datteln-Hamm-Kanal – über sechs Millionen Euro haben die gekostet. Schade nur, dass die Brücken eigentlich nicht notwendig waren, denn in nächster Umgebung gibt es bereits Brücken.

Wehrhahnlinie Düsseldorf

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Bei der neuen Bahnlinie durch Düsseldorf gab es einige Widersacher – doch dieses Jahr war es endlich so weit – sie wurde eröffnet und mit ihr auch die neuen Schilder, die überall von der Rheinbahn erneuert wurden. Doof nur, dass die Schilder niemand lesen konnte. Denn sie waren seitlich gedruckt – man musste sich oder seine Augen also quasi verbiegen, um den Haltestellennamen lesen zu können.

Deshalb hat die Rheinbahn vor ein paar Monaten Test-Schilder mit verschiedenen Schriften aufgestellt und die Bahnfahrer entscheiden lassen. Nach und nach werden die Rheinbahnschilder jetzt ausgewechselt werden. Dabei müssten die Schilder „lediglich“ neu beklebt werden – das belaufe sich auf einen kleinen vierstelligen Betrag.

Edel-Mülleimer in Leverkusen

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In der Leverkusener Innenstadt zieren jetzt ganz schicke Mülltonnen die Fußgängerzone. Toluca heißen die Edel-Tonnen und kosten pro Stück stolze 1258 Euro. Die Stadt hat die nicht ganz so billige Tonne gleich 30 mal angeschafft, ohne sich vorab über andere Angebote zu informieren. Das hat mit 54.000 Euro zu Buche geschlagen.

Burg Vogelsang erneut im Buch

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Schon letztes Jahr hatte die Burg Vogelsang in der Eifel es ins Schwarzbuch geschafft. Damals hatte der Umbau und die Sanierung schon 3,4 Millionen Euro mehr gekostet als eigentlich vorgesehen. Dieses Jahr schießt die Burg Vogelsang den Vogel allerdings ab: 10 Millionen liegen sie jetzt über den geplanten Kosten.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 06.10.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW, Ingo Kirschnereit Cyclejakob, Rheinbahn, Sir James,

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