Cannabis-Anbauer will Freispruch

Schmerzpatient aus Dortmund will weiter kämpfen

Andreas aus Dortmund darf legal Cannabis rauchen. Selbst anbauen darf er es aber nicht. Dabei ist der Schmerzpatient darauf angewiesen.

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Cannabis-Anbauer will Freispruch (Foto: Sat.1 NRW)

Andreas W. darf Cannabis rauchen, aber nicht selbst anbauen.Bild: Sat.1 NRW,

Andreas Wieczorek aus Dortmund ist einer der wenigen Menschen in Deutschland, die legal Cannabis besitzen dürfen. Er ist Schmerzpatient. Weil Marihuana aus der Apotheke allerdings zu teuer für ihn ist, baut er selbst Cannabis an. Heute stand er deswegen wieder vor Gericht.

Langer Leidensweg

Alles fing mit kaputten Bandscheiben an. Dann folgten Bauchspeicheldrüsenkrebs, Diabetes, Magenschleimhautentzündung, kaputte Knie. Gegen die Schmerzen half nichts mehr. Die starken Schmerzmittel, die er verschrieben bekam, machten ihn abhängig und weiter krank.

Schmerzmittel helfen nicht mehr

Dann aber findet er ein, Mittel, das die Schmerzen lindert: Cannabis. Eine Ärztin empfiehlt ihm das unter vier Augen. Das erste Mal besorgt er sich das Gras bei einem Dealer um die Ecke und ist überwältigt von der Wirkung. Die Muskeln entspannen sich, der Schmerz lässt nach. Doch sich Cannabis beim Dealer zu beschaffen, ist illegal und teuer. Eine Zeit lang bekommt er von der Krankenkasse Cannabis-Öl bezahlt, bis sie ihm das Medikament wieder streicht. „Nicht wirtschaftlich“ – so die Begründung.

Aus der Not baut er selbst an

Von seiner kleinen Rente kann er das Marihuana aus der Apotheke aber nicht bezahlen. Also fängt er an, selbst Gras anzubauen. Doch er fliegt auf, landet vor Gericht. Die Richter vom Amtsgericht Dortmund sehen einen Notstand, sprechen Andreas frei. Aber die Staatsanwaltschaft bleibt hart, legt Berufung ein und bringt die Verhandlung vor die nächsthöhere Instanz.

Andreas will den Freispruch

Der Fall liegt nun beim Landgericht Dortmund. Die Richter dort wollten heute noch kein Urteil fällen. Das Angebot der Staatsanwaltschaft, das Verfahren einzustellen, hat Andreas heute abgelegt. Er will einen Freispruch, um ein Zeichen zu setzen. Die Verhandlung geht am 24. Februar weiter.

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