Abschiebung trotz Integration

Albaner muss wieder zurück in seine Heimat

Gazmend Kotrube arbeitet seit einem halben Jahr im Münsterland. Weil sein Asylantrag abgelehnt wurde, muss er aber zurück nach Albanien.

 Wer mehr wissen will schaut 17:30 Uhr SAT.1 NRW.
Abschiebung trotz Integration (Foto: SAT.1 NRW)

 Bild: SAT.1 NRW,

Schweißen, Metalle zurecht schneiden, Schrauben nachziehen. Gazmend Kotrube erledigt in der Metallwerkstatt der Concept Gruppe in Steinfurt im Münsterland routiniert seine Arbeit. Der 32-jährige Albaner arbeitet seit einem halben Jahr in der Firma. Im Juni 2014 ist er mit seiner Familie nach Deutschland geflüchtet, hat sich hier ein neues Leben aufgebaut. Die ganze Familie spricht sehr gut Deutsch, die Tochter geht in den Kindergarten, kann überhaupt kein Albanisch mehr.

Trotzdem muss die Familie jetzt wieder zurück. Ihr Asylantrag wurde abgelehnt, denn Albanien gilt als sicheres Herkunftsland. Für Gazmend Kotrube eine Katastrophe. Denn in Albanien hat er keinen Job, keine Wohnung. Die Familie müsste auf der Straße leben.

Auch sein Arbeitgeber Horst Frenking versteht den abgelehnten Asylbescheid nicht. Denn er hat genau das umgesetzt, was von der Politik gefordert wird: Einen Asylbewerber als Fachkraft eingestellt. Und die würde die Concept Gruppe gerne behalten.

Das Land hat bereits an mehreren Stellen Integration Points eingerichtet, um Asylbewerber wie Gazmend in Jobs zu vermitteln. Eine Stelle ist unter anderem in Düsseldorf. Damit soll verhindert werden, dass die Flüchtlinge in die Kriminalität abrutschen und garantiert werden, dass sie sich schnell integrieren.

Für die Concept Gruppe in Steinfurt ist der Fall von Gazmend Kotrube ganz klar ein Fall von verfehlter Politik. Denn die Fachkräfte fehlen in NRW. Und mit dem Asylbewerber konnte die Firma die Lücke füllen. Nur anscheinend haben sie Zeit und Geld umsonst investiert. Denn Gazmend Kotrube muss zurück. Und dieses Verfahren könnte andere Arbeitgeber abschrecken, Asylbewerber einzustellen.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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