65.000 Einbrüche in NRW

Landesweiter Jahresrekord zeichnet sich ab

NRW entwickelt sich zu einem Tummelplatz für Diebe und Gauner. Seit 18 Jahren war die Zahl der Einbrüche nicht mehr so hoch.

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65.000 Einbrüche in NRW (Foto: Nicolas Armer / dpa)

In NRW könnte es bis Ende des Jahres bis zu 65.000 Einbrüche kommen. Bild: Nicolas Armer / dpa,

In Nordrhein-Westfalen wird die Zahl der Wohnungseinbrüche aller Voraussicht nach zum Ende des Jahres auf einem neuen Höchststand liegen. Mit rund 65.000 Einbrüchen rechnen Experten der Polizei 2015 landesweit – das wäre ein landesweiter Jahresrekord. So viele Einbrüche hat es seit mindestens 18 Jahren nicht mehr gegeben. Bei ihrer Prognose gehen die Ermittler von einer Verdopplung der Einbruchszahlen des ersten Halbjahres aus. Bei einem Forum der Gewerkschaft der Polizei wurde am Mittwoch in Düsseldorf über die neueste Entwicklung gesprochen.

Die Polizei NRW startete vom 19.-25. Oktober 2015 eine landesweite Aktionswoche zum Einbruchschutz. Wenn Polizei und Bürger zusammenarbeiten, kann Einbrechern der Riegel vorgeschoben werden, hieß es. Allerdings sieht es gerade ganz anders aus.

Mit 33.500 Einbrüchen verzeichnete das Landeskriminalamt (LKA) bereits bis Ende Juni einen dramatischen Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Noch ein Jahr zuvor sind die Einbruchszahlen in NRW mit 53.000 Delikten zum ersten Mal seit sieben Jahren rückläufig gewesen.

Die Entwicklung ist kritisch. Besorgniserregend bleibt außerdem die geringe Aufklärungsquote. Nur bei etwa jedem siebten Einbruch können die Täter ermittelt werden. Die Aufklärungsquote liegt somit im einstelligen Bereich. Ein Grund hierfür sei unter anderem der Personalmangel bei der Polizei. Ein Ermittler bekomme jeden Monat zwischen 80 und 100 neue Fälle auf den Schreibtisch.

NRW gefällt Verbrechern so gut, weil es so zentral liegt und über Autobahnen wie die A2 oder A3 schnell wieder verlassen kann. „Man erreicht uns gut und ist auch schnell wieder weg“, sagte Dieter Schürmann, Landeskriminaldirektor Nordrhein-Westfalens im Düsseldorfer Innenministerium.

Aber wer sind die Täter? Laut Schürmann stammt ein Großteil der Einbrecher aus Südosteuropa und macht sich den Wegfall der Grenzen skrupellos zunutze. Bei den aufgeklärten Fällen kam heraus, dass etwa 50 Prozent der Täter aus Deutschland kommt. Die anderen 50 Prozent sind Ausländer. Die meisten der nicht-deutschen Täter stammen neuesten Erkenntnissen zufolge aus Serbien, gefolgt von Rumänen, Türken, Kroaten und Albanern. Die Zahl der ermittelten „reisenden Täter“ sei seit 2009 um 62,44 Prozent gestiegen, so Schürmann.

Das hat zur Folge, dass die meisten Diebe nur ganz kurz in Deutschland auftauchen: um einzubrechen, über die Autobahn zu flüchten und die geklauten Gegenstände dann irgendwo im Ausland oder im Internet zu verkaufen. Deswegen habe es die Polizei mit Tätern zu tun, von denen es Grunde kein Vergleichsmerkmal gibt, sagt Schürmann. Das heißt, dass die Einbrecher am Tatort wenig Spuren hinterließen und wenn sie welche hinterlassen würden, kann die Sicherung der DNA oder eines Fingerabdrucks in vielen Fällen nicht zum Erfolg führen, weil die Täter meistens nicht noch einmal nach Deutschland zurückkommen und somit nicht zu identifizieren sind.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: Nicolas Armer / dpa,

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