Radfahrer tot gerast – heute Prozess

27-Jähriger war mit 100 km/h in Kölner Innenstadt unterwegs

Vor einem Jahr war ein 27-Jähriger mit einem Mietwagen rund 50 km/h zu schnell unterwegs und verlor die Kontrolle über den Wagen und tötete einen 26-Jährigen.

 Weitere Informationen heute um 17:30 in SAT.1 NRW.
Radfahrer tot gerast - heute Prozess (Foto: SAT.1 NRW)

Dieser Mietwagen erwischte den 26-Jährigen Gianluca.Bild: SAT.1 NRW,

Letztes Jahr im Juli: Gianluca ist mit seinem Fahrrad auf der Aachener Straße nahe der Kölner Innenstadt unterwegs. An einer Fußgängerampel wartet er auf Grün. Dann kommt der 27-Jährige Autofahrer angerast – verliert die Kontrolle. Er stößt mit einem anderen Auto zusammen und schleudert anschließend quer über die Fahrbahn, überschlägt sich und erwischt dann Gianluca mit voller Wucht.

Der 26-Jährige kommt schwer verletzt ins Krankenhaus, stirbt dann aber wenige Tage später an seinen schweren Verletzungen.

Illegales Autorennen?

Laut Zeugenaussagen soll sich der 27-Jährige, der mit einem Mietwagen unterwegs war, ein Autorennen mit anderen PKW geliefert haben. Doch die Staatsanwaltschaft Köln konnte diesen Vorwurf nach fast einem Jahr Ermittlungen nicht erhärten.

Kölns Raser-Problem

In Köln müssen immer wieder Menschen sterben, weil sich Raser in der Innenstadt illegale Rennen liefern oder die Geschwindigkeit unterschätzen und die Kontrolle verlieren.

Erst wenige Wochen vor dem Tod von Gianluca, wurde eine 19-Jährige in Köln-Mühlheim von Rasern erfasst und starb. Auch am Wochenende erwischte die Kölner Polizei einen Raser, der mit 130 km/h anstatt 30 km/h unterwegs war. Hinzu kommt noch, dass der 23-Jährige keinen Führerschein besitzt und sich offenbar mit einem anderen PKW ein Autorennen lieferte. Zum Glück konnte die Polizei eingreifen, bevor Personen zu Schaden kamen.

Milde Strafen für Raser

Heute zum Gerichtsprozess melden sich auch der ehemalige Oberbürgermeister Kölns Fritz Schramma und seine Frau Ulla Schramma. Das Ehepaar verlor vor rund 15 Jahren selbst Sohn Stephan durch einen Raser. Das Paar ist vor allem schockiert über die niedrigen Strafen, mit denen Raser davon kommen. Meist sind es sogar nur Bewährungsstrafen – so auch im Fall der 19-Jährige Studentin, die wenige Wochen vor Gianluca sterben musste. Mit dem heutigen Prozessbeginn wird sich dann entscheiden, wie im Fall von Gianlucas Tot-Raser entschieden wird.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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