178 Sex-Anzeigen in Flüchtlingsheimen

Piraten fordern Verbesserung der Missstände

Erschreckende Zahlen des Innenministeriums: In der ersten Jahreshälfte gab es 178 Strafanzeigen auf sexueller Basis in NRWs Flüchtlingsheimen.

 Mehr dazu heute um 17:30 in SAT.1 NRW!
178 Sex-Anzeigen in Flüchtlingsheimen (Foto: SAT.1 NRW)

In dieser Unterkunft in Burbach kam es 2014 zu Misshandlungen durch Wachpersonal. Bild: SAT.1 NRW,

Vergewaltigungen und Kindesmissbrauch – Straftaten, die in Flüchtlingsheimen noch immer vorkommen. Und das nicht gerade selten. Das Innenministerium gab auf eine kleine Anfrage der Piraten nun neue Zahlen bekannt. Demnach sind von Anfang des Jahres bis zum 30. Juni 178 Anzeigen eingegangen. Am häufigsten sind Beleidigungen auf sexueller Grundlage vorgekommen (80 Anzeigen), doch auch sexuelle Nötigungen und Vergewaltigungen (42 Anzeigen) und sogar Kindesmissbrauch (25 Anzeigen) sollen passiert sein.

Neben den sexuellen Vorfällen kommt es auch immer wieder zu häuslicher Gewalt: Insgesamt 413 Fälle gab es in Landeseinrichtungen und kommunalen Flüchtlingsheimen.

Erst vor wenigen Wochen kamen Vorwürfe gegenüber Mitarbeitern einer Security-Firma ans Licht, die in der Flüchtlingsunterkunft in Burbach arbeiteten. Einer der Mitarbeiter steht sogar in Verdacht, eine Asylbewerberin mit K.O.-Tropfen betäubt und sexuell genötigt oder missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Mitarbeiter. 2014 wurde in Burbach bereits einer früheren Security-Firma gekündigt, weil die Mitarbeiter Flüchtlinge misshandelten, ihre Taten sogar auf Fotos festhielten. Bei den 178 Vorfällen gingen sich aber auch Flüchtlinge untereinander an.

Piraten-Politikerin Simone Brandt stellte die kleine Anfrage an das Innenministerium. Sie fordert mehr Transparenz zu den Vorfällen und endlich eine Verbesserung der Missstände in den Flüchtlingsheimen.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 07.09.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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