Syrische Flüchtlingsfamilie abgezockt

Der Traum eines besseres Lebens ist zerplatzt

Die Flüchtlingskrise beschäftigt NRW nachhaltig. Doch vor allem Einzelschicksale berühren. Flüchtlinge, die in ihrer Situation ausgenutzt werden. Wie eine Familie aus Syrien.

 Gibt´s nicht? Doch! Mehr dazu um 17:30 Uhr in SAT.1 NRW.
Syrische Flüchtlingsfamilie abgezockt (Foto: SAT.1 NRW)

Khadija Ayash wurde mit ihrer Familie von Yvonne Wille el Kurdi aufgenommen. Bild: SAT.1 NRW,

In der Hoffnung hier ein glückliches Leben fernab von Krieg zu führen, sind sie nach Deutschland gekommen. Und endlich hier angekommen, sitzen sie plötzlich auf der Straße. Der Traum der syrischen Flüchtlingsfamilie um Khadija Ayash, ihrem Mann und ihren zwei Kindern, eine eigene Wohnung in Dortmund zu haben, ist geplatzt. Sie wurden von einer Maklerin, die ihnen eine Wohnung versprochen hat, abgezockt. Als die Familie hier ankommt, sollten sie erstmal in eine andere Wohnung ziehen und jeden Tag 50 Euro extra bezahlen: „Und dann sagte sie, ihr müsst zahlen, denn ihr habt keine andere Bleibe, sonst könnt ihr raus auf die Straße, also diskutiert das nicht mit mir.“, soll die Maklerin zu der Familie gesagt haben.

„Wenn du ein schlechtes Leben lebst, verzweifelt, und du hast nichts mehr, dann vertraust du jedem, du musst jedem vertrauen! Wenn du dabei bist, im Meer zu ertrinken, dann nimmst du jede Hand, die du kriegen kannst.“, so Khadija.

Das Ersparte war schnell weg: Das Geld ging für Schlepper und für Übersetzungsdienste drauf. Die Familie stand mitten auf dem Dortmunder Bahnhof und wusste nicht wohin. Das Traurige: Das Schicksal der Familie Ayash ist kein Einzelfall. Immer wieder nutzen skrupellose Menschen die Not der Flüchtlinge aus und zocken sie schamlos ab. Volkmar Schultz-Igast, betreut viele Flüchlingsheime und kennt viele Fälle: „Also wir erleben sowas ja immer wieder, dass Geschäfte gemacht werden. Wir erleben es auch, dass zum Beispiel Telefonkarten ganz einfach vor Unterkünften verteilt werden, Prepaidkarten, die kein Guthaben vorweisen und dass die Menschen dann in eine relativ teure Falle hineinlaufen.“

Am Dortmunder Bahnhof betet Khadijas Tochter um Hilfe. Und die Familie hatte Glück. Die Tochter hat gesagt: „Allah Allah, bitte schicke uns jemanden, der uns hilft! Und plötzlich waren sie da und wir haben gesagt: schaut, du bist ein Engel, Gott hat uns diese Menschen geschickt.“ Die Retterin: Yvonne Wille el Kurdi. Sie bezieht selbst Hartz 4. Und trotzdem nahm sie die syrische Familie auf. Sie räumte ihr Schlafzimmer und lässt die vierköpfige Familie nun bei sich wohnen. „Ich habe nicht viel, aber ich kann noch geben, also helfe ich, wo ich kann.“, erklärt sie.

Der Asylantrag der Familie wurde bewilligt – für drei Jahre darf sie auf jeden Fall in Deutschland bleiben und hofft bald eine eigene Wohnung in Dortmund zu finden.

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: SAT.1 NRW,

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