Enttäuschung nach Zschäpe-Aussage

Betroffene aus Köln und Dortmund reagieren wütend

Nach der Aussage von Beate Zschäpe im NSU-Prozess sind die Reaktionen aus NRW verhalten. An den Anschlagsorten in Köln und Dortmund schenkt man der mutmaßlichen Terroristin wenig Glauben.

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Enttäuschung nach Zschäpe-Aussage (Foto: Marc Müller / dpa)

Hauptangeklagte in dem Prozess ist Beate Zschäpe. Foto: Marc MüllerBild: Marc Müller / dpa,

Die Tochter des Dortmunder NSU-Mordopfers Mehmet Kubasik hat enttäuscht auf die Aussage der mutmaßlichen Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe im NSU-Prozess reagiert. «Schon wieder ein Schlag ins Gesicht», sagte Gamze Kubasik am Mittwoch in München. Sie sei wütend und könne nicht nachvollziehen, dass die Angehörigen nicht die Chance bekämen, Fragen zu stellen. «Ich hätte mich wirklich gefreut», sagte sie und ergänzte: «Meistens haben wir nur Schläge ins Gesicht bekommen seit Beginn des Prozesses.» Ähnlich sind auch die Reaktionen auf der Kölner Keupstraße, wo der NSU auch zugeschlagen hat. Auch hier schenkt man den Aussagen von Zschäpe heute wenig Glauben.

Die Hauptangeklagte Zschäpe hatte sich am Mittwochvormittag bei den Opfern der Terrorgruppe NSU entschuldigt, die Schuld für die Verbrechen des «Nationalsozialistischen Untergrunds» aber ihren gestorbenen Freunden Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zugewiesen. Dem NSU werden zehn Morde angelastet.

Auch der Opferanwalt Mehmet Daimagüler hält die Aussage der mutmaßlichen Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe im NSU-Prozess für unglaubwürdig. Zschäpe habe in der Erklärung, die ihr Anwalt Mathias Grasel am Mittwoch präsentierte, ein «Lügenkonstrukt» vorgelegt. «Ich habe ihr heute kein Wort geglaubt», sagte Daimagüler. «Sie kann diese Art von Entschuldigung behalten.» Der Nebenklage-Anwalt Stephan Lucas sagte: «Heute hat man sehr gut verstehen können, warum es manchmal klug ist, einfach den Mund zu halten.» Er ergänze: «Wenn das alles ist, was Frau Zschäpe uns zu sagen hatte, dann hätte sie besser gar nichts gesagt.»

Bundesanwalt Herbert Diemer sagte: «Wir werden diese Einlassung natürlich genauestens prüfen.» Sie sei «ein Beweismittel unter vielen». Eine Bewertung wolle er noch nicht vornehmen. «Alles andere wäre unprofessionell.»

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: Marc Müller / dpa,

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