Ausstieg aus Kohlekraft

Düsseldorfer Landtag beschäftigte sich heute mit dem Thema

Um den Klimawandel ernsthaft voranzutreiben, scheint ein Ausstieg aus dem Braunkohleabbau in NRW alternativlos. Aber dieser Prozess braucht Zeit.

 Weitere Informationen heute um 17:30 in SAT.1 NRW.
Ausstieg aus Kohlekraft (Foto: Marius Becker / dpa)

Der Braunkohletagebau Hambach Bild: Marius Becker / dpa,

Parallel zur Weltklimakonferenz in Paris diskutierte man heute im Landtag in Düsseldorf über den Ausstieg aus der Kohlekraft. Die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks will ihn schon zehn Jahre früher. Und dabei sollten die Bagger eigentlich noch ungefähr bis 2050 rollen dürfen – erst dann sollte Schluss sein. Und zwar Schluss mit dem umweltschädlichen Abbau der Braunkohle in NRW. Hendricks Aussage sorgt für Wirbel und bei der Opposition herrscht Unverständnis.

Josef Hovenjürgen (CDU) sagt, dass Beschlüsse, die gefasst werden müssen, damit die Menschen planen können, eingehalten werden müssen. Deswegen sei das Unverständnis umso größer, dass 60 Tage später diese Beschlüsse aus Berlin von der eigenen durch diese Landesregierung in das Kabinett entsandte Ministerin in Frage gestellt werden. Da würden man sich schon fragen, ob noch miteinander geredet wird.

Am Ausstieg aus dem Braunkohleabbau hängen auch zahlreiche Arbeitsplätze. Aber NRWs Wirtschaftsminister Garrelt Duin stellt klar, dass sich am Ziel des Ausstiegs 2050 nichts geändert hätte: „Wenn man die sehr ambitionierten Ziele, die wir uns in Deutschland gesteckt haben, erreichen will, dann kann das auch einhergehen mit einem sozialverträglichen Abbau von Arbeitsplätzen, aber eben ohne Strukturbruch – also mit sehr kurzfristigen Entlassungen. Das wollen wir unbedingt vermeiden. Deswegen bedauere ich auch diese öffentliche Diskussion, weil sie nur zur Verunsicherung beigetragen hat. Wir wollen unseren Fahrplan fest einhalten und darauf sollen sich alle verlassen können.“

Auch NRWs Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) fordert kein schnelles Kohle-Aus und sieht den Klimawandel als Chance für den Arbeitsmarkt. Denn laut Remmel würde das eine das andere ergänzen. „Wir haben einen rasanten Zubau bei Arbeitsplätze, die im Bereich der sogenannten Grünen Wirtschaft angesiedelt sind. Es gibt vielfältige Untersuchungen darüber, dass gerade dieser Bereich der Umweltwirtschaft in 10 Jahren größer sein wird als der Automobilbau und die chemische Industrie.“

Und Wibke Brems von den Grünen bringt die Sache auf den Punkt: „Es geht jetzt nicht darum, ob man darüber streitet, ob das jetzt ein paar Jahre früher oder später ist. Wichtig ist: Der Kohleausstieg kommt und wir müssen jetzt gucken, dass wir die nächsten Jahre bis dahin so gestalten, dass wir alle Betroffenen und alle Beteilligten auch wirklich mitnehmen. Um diesen Prozess geht es.“

Zuletzt aktualisiert am . | Beitrag erstellt von  | Bild-Quellen: Marius Becker / dpa,

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